Was ist jetzt mit Schalke, Raul?

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Seit Wochen wird beim FC Schalke 04 der Name Raul genannt. Zwischendurch galt er als sichere Neuverpflichtung, dann wieder nicht. Heute wurde er in Madrid verabschiedet. Doch in Gelsenkirchen hat man sich dieses “Tschüß, Real” anders vorgestellt. Denn ein Bekenntnis zum Ruhrpott-Verein gab es wider Erwarten nicht.

Irgendwie hat heute jeder Blau-Weiße gehofft, dass es bei der offiziellen Verabschiedung von Kultstar Raul bei seinem Heimatverein Real Madrid ein klares “Si” zu Schalke gibt. Aber nix war es damit. Raul wolle wohl noch erstmal mit der Familie sprechen. Es sieht also nicht gut aus für Schalke. Denn angeblich hat der Spanier noch weitere Angebote aus Europa. Und ob Gelsenkirchen für die Familie die Lebensqualität bietet, die sie in Madrid gewohnt ist, das darf mal stark bezweifelt werden. Aber vielleicht stellen Rauls Liebsten ja auch die Bedürfnisse des Oberhauptes an erste Stelle. Und die heißt Champions League. Das zumindest gibt es auf Schalke.

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Für die Bundesliga wäre es natürlich ein großer Gewinn, wenn solch ein Weltstar in Deutschland kicken würde. Doch was bedeutet das für den FC Schalke 04? Zumindest ein großes Risiko. Raul verdient etwa 4 Millionen Euro netto pro Saison, berichtet der Kicker. Und er soll in GE einen Zweijahresvertrag unterschreiben. Nun sieht es mit den Finanzen nicht besonders rosig aus auf Schalke. Schon jetzt fragt sich die Bundesliga, wo plötzlich die Millionen herkommen, die Felix Magath in seine grob geschätzten 245 Neuverpflichtungen steckt. Karl-Heinz Rummenigge meinte ja schon spöttisch, dass Clemens Tönnies wohl demnächst seine Wurstfabrik verkaufen müsse.

Das ganze erinnert immer mehr fatal an Borussia Dortmund und deren Niedergang, der ja irgendwie mit dem Namen Marcio Amoroso begann. Mit einem Unterschied: Der BVB hatte da schon die Champions League gewonnnen, war zweimal Deutscher Meister und schaffte mit dem exzentrischen Brasilianer den dritten nationalen Titel. Auf Schalke wartet man nunmehr seit über 50 Jahren auf die Schale. Um so mehr gieren die Fans in Gelsenkirchen nach dem Titel. Und der muss es auch schon werden, wenn das finanzielle Konzept aufgehen soll. Oder zumindest der zweite Platz. Denn eins ist klar: Ohne gesicherte Champions League-Millionen geht der riskante Magath-Kurs kolossal schief.

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Aber in die CL wollen auch andere: Bayer Leverkusen ist ambitioniert, der HSV sowieso, Werder Bremen bietet immer ein Topteam und Wolfsburg hält seine Leistungsträger und wird nicht noch einmal so eine lustlose Saison spielen. Der VfB Stuttgart hatte in der Rückrunde einen Lauf,  Hoffenheim möchte nun endlich auch mal in die Champions League. Und diese Teams kämpfen um genau einen von zwei sicheren CL-Plätzen. Denn Bayern München wird einen davon schon fix haben.

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Deswegen ist es die Frage, ob es nicht sogar langfristig besser wäre, wenn Raul Schalke eine Absage erteilen würde, der Club die Millionen einspart und auf die wesentlich günstigeren Neuverpflichtungen setzt. Erik Jendrisek ist doch schon am Start und könnte eine gute Saison spielen, wenn er seine Form über die Sommerpause konservieren könnte. Aber eins ist sicher: Wenn Raul nicht in Gelsenkirchen unterschreiben würde, wären die Fans enttäuscht. Tut er es doch, dann würden alle jubeln – und nicht an die finanzielle Situation denken. Und wenn man sich Felix Magath beim Testspiel in Leipzig so anschaut, dann scheint er recht optimistisch zu sein, dass er demnächst seinen zweiten Neuzugang aus Madrid präsentieren darf. Denn er soll dort die ganze Zeit mit einem triumphierenden Grinsen umherlaufen.

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